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95% aller Diäten scheitern? Nein!

Ein privates Detail: Meine Hose beginnt zu rutschen. Seit Anfang des Jahres habe ich schon mehrere Kilos abgenommen.
Ist der Sportbionier jetzt auch dem Schlankheitswahn verfallen, fragst du dich?

Was ist passiert?

Die letzten Jahre war ich ein Anhänger vom „Essen nach Gefühl“. Dabei ist mein Bauchumfang stets mehr geworden und meine einst definierten Muskeln verschwanden unter dem Körperfett. Naja – was solls? Gibt schließlich Wichtigeres im Leben, oder?

Entscheidend ist doch viel eher, wann es mir besser ging… wann fühlte ich mich glücklicher? Hatte ich mehr Wohlbefinden, als ich strenge Regeln einhielt und Kalorien mitschrieb? Oder war ich glücklicher, als ich nicht auf die Kalorien und nicht auf die Waage schaute?

Leider ist diese Frage nicht zu beantworten. In den letzten Jahren bin ich Familienvater geworden, ich habe beim Aufbau des ersten Ökodorfs in Österreich mitgewirkt und ein Unternehmen aufgebaut.

Die letzten Jahre waren intensiv und voller Glücksmomente, wofür ich sehr dankbar bin.

Ist es also wirklich so schlimm, dass ich zugenommen habe?
Ich bin und war nie wirklich dick. Zu Weihnachten hatte ich einen BMI von knapp 27. Das bedeutet „leichtes Übergewicht“. Und angeblich leben die leicht Übergewichtigen länger, als die Normal- und Untergewichtigen.

Doch das stimmt nicht, wie ich nun herausgefunden habe. Ja mehr noch … sehr vieles, das ich glaubte, stimmt nicht. Ich habe mich geirrt.
Nachdem ich jahrelang verschiedene Ernährungsformen ausprobiert hatte, viele wissenschaftsorientierte Bücher und auch die Zusammenfassungen der neuesten Ernährungs-Studien gelesen hatte, dachte ich tatsächlich, dass ich mich auskenne.

Ich war davon überzeugt, …

  • dass das Körpergewicht vor allem auf die Gene zurückzuführen ist,
  • dass der Körper immer in Richtung „Set-Point“, also dem inneren Idealgewicht strebt – und dieses ist meist nicht dort, wo das persönliche Wunschgewicht ist,
  • dass deswegen 95% aller Diäten scheitern,
  • dass somit das Halten des Wunschgewichts unmöglich ist,
  • und dass ich am besten sofort mit all den Regeln rund ums Essen aufhöre, damit ich und mein Umfeld nicht essgestört werden.

Die Lösung, so war ich damals überzeugt, besteht darin, sich in Selbstliebe zu üben. Den eigenen Körper zu akzeptieren und auf Dinge setzen, die glücklich machen: Freunde und Familie, Zeit in der Natur, Entspannung und Genuss.

Bei mindestens all den oben genannten Punkten hatte ich mich geirrt!

Aufgrund der neuen Überzeugungen nehme ich jetzt ab. Einfach so. 

Die Themen rund um Körperbild und Essen sind für viele persönlich relevant. Täglich werden wir mit all diesen Themen konfrontiert. Daher ist es nicht verwunderlich, bei der großen Informationsflut das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen. Mythen und Ideologien als solche zu erkennen und gesellschaftliche Normen zu hinterfragen. Und obwohl oder gerade weil es so alltäglich und allgegenwärtig ist, ist das eigene Verhältnis zum Essen meist ein Tabuthema.

Im Moment bin ich einfach nur verwundert über diese Lücke zwischen wissenschaftlicher Evidenz und gesellschaftlichen Wahrheiten.

Mehr dazu folgt demnächst…

Bis bald und liebe Grüße
Emanuel

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