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Eiweißpulver direkt vom Hersteller

Wisst ihr, was mich wirklich wütend macht?

Dass es auf der einen Seite Unternehmen gibt, die als „Hersteller“ auftreten und das Blaue vom Himmel versprechen und dass es auf der anderen Seite so viele Konsumenten gibt, die es sich leicht machen wollen und gut-gläubig sind. Das Bittere dabei: Sie werden so zum Opfer der zynischen Werbemaschinerie.

Sonnenblumenkerne aus biologischer Landwirtschaft.
Der Hauptrohstoff für unser Biovegan Sonnenkraft Protein.
Foto aus der Produktion.

Die einen gaukeln „bio“ vor, indem sie von „nachhaltiger Landwirtschaft“ sprechen und ungeschützte Begriffe wie „organic“ verwenden (jedoch kein Bio-Siegel!), die anderen werfen mit Begriffen, wie „Weidemilch“ und „ohne Antibiotika“ um sich, ohne dafür Belege zu haben und manche dreisten Marken übertreiben mit Aussagen zur biologischen Wertigkeit oder „schonender Kaltverarbeitung“.

Davon habe ich die Schnauze voll!  Ich möchte zeigen, dass es auch anders geht!

Im Jahr 2012 entstand die Idee mein „eigenes“ Eiweißpulver auf den Markt zu bringen. Damals, ich war verträumt und naiv, malte ich mir aus, dass ich mit eigenen Tankwägen zu Demeter-Bauern fahren würde, um dort die Bio-Rohmilch abzuholen, die dann anschließend in eigene Maschinen gegossen wird, wo am Ende feinstes Proteinpulver rauskommt. Unverfälscht und natürlich.

Schön, nicht wahr?

Tja… so einfach ist das nicht liebe Leute!

Der Markt der Milch- und Molkeproteine

Mittlerweile weiß ich welch gigantische Industrie dahinter steckt! In ganz Europa gibt es vielleicht 20-30 Unternehmen, die überhaupt Eiweißpulver auf Milchbasis (Wheyprotein, Casein) herstellen können. Und wie viele „Marken“ von Eiweißpulver kennt ihr?
Allein im deutschsprachigen Raum gibt es Hunderte!

Wenn ihr glaubt, dass die alle ihr „eigenes“ Eiweißpulver haben – oder sogar das Proteinpulver selbst herstellen – Fehlanzeige!

Tatsächlich stammen all die Rohstoffe und Zutaten in den Fitnessprodukten von ein paar wenigen Produzenten. Wer nun tatsächlich direkt bei den Herstellern einkauft, die Produkte über Zwischenhändler bezieht oder die Rohstoffe bei einem Lohnabfüller mischen und etikettieren lässt – das bleibt im Dunklen verborgen.

Mittlerweile haben sich auch einige Unternehmen darauf spezialisiert, dass sie sogenannte „Private Label“ Lösungen anbieten. Das heißt: Ihr könnt dort anrufen, beliebige Proteinpulver und Geschmäcker auswählen und diese Firmen liefern dir Paletten mit unterschiedlichen Eiweißpulvern. Abgefüllt in handlichen Dosen und etikettiert mit deinem eigenen Logo – mit deinem Branding! Toll, nicht wahr?

Kurios … wenn nicht sogar kriminell … wird das Ganze, wenn Marken als „Hersteller“ auftreten und behaupten, dass sie eigene Kühe hätten. Natürlich ganzjährig grasgefüttert, ohne Antibiotika und nie im Stall. Klar doch!

Dass das Schwachsinn ist, erschließt sich sofort: Um Milchprotein herzustellen braucht es RIESIGE Mengen an Milch (ca. 150.000 Liter Frischmilch – ein Bauernhof liefert durchschnittlich 190 Liter Milch pro Tag). Diese kann entweder direkt von den Milchbauern oder von Molkereien bezogen werden. Die Milch wird filtriert, konzentriert und getrocknet bis schließlich der eiweißreiche Anteil übrig bleibt. Doch was passiert mit dem Milchfett? Was passiert mit dem Milchzucker? Diese Teile der Milch, die ja auch zu Geld gemacht werden können, wird der Unternehmer wohl kaum wegschütten. Nein! Er wird sich darauf spezialisieren alle Bestandteile der Milch zu zerlegen und diese an die Lebensmittelverarbeiter weiter zu verkaufen. Tja… und was haben wir dann? Einen der 10-15 großen Milchkonzerne, die Eiweißpulver, oder eben auch Magermilchpulver und Laktosepulver herstellen.

Der Markt der pflanzlichen Proteine

Kooperation auf Augenhöhe: Sportbioiner Emanuel und Gerda Steinfellner von Hanfland.
Bio-Hanfprotein von 70 Vertragslandwirten aus Österreich.

Ganz ähnlich, nur vom Maßstab wesentlich kleiner, funktioniert der Markt der pflanzlichen Proteine. Hanfproteinpulver wird selbstverständlich von einem Unternehmen hergestellt, das alle Bestandteile der Pflanze verwerten kann bzw. die einzelnen Bestandteile weiterverkauft: Hanföl, Hanfsamen, Hanfmehl, Hanfeiweißpulver und Hanfstroh für die Dämmstoffindustrie. 

Also, um es klar verständlich zu machen:

Wir selbst stellen kein Eiweißpulver her! Also zumindest keine Rohstoffe! Unsere Kompetenz liegt darin, dass wir die besten Rohstoffe finden, indem wir unsere Hersteller persönlich kennen lernen und die Rohstoffe ganz genau überprüfen. Die ausgewählten Rohstoffe kommen dann zu unserer eigenen Manufaktur in die Steiermark und werden dort gemischt und abgefüllt.

Bei der Auswahl der Rohstoffe achten wir darauf, dass diese aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft stammen, der Geschmack, der Geruch und das Aussehen überragend sind und die Laboranalysen einwandfrei sind (mikrobiologische Untersuchung, frei von Pestiziden, Toxinen, etc.).

Ihr seht: Es geht auch anders!

Selbstverständlich ist vieles noch nicht perfekt. Ich selbst bin der Meinung, dass sich ohnehin alles im ewigen „Beta-Stadium“ (also Entwicklerversion) befindet. Alle, die Spaß und Freude am Mitgestalten haben, können sich einbringen, um die Produkte, das Unternehmen … ja den ganzen Markt zu verbessern!

Unsere Wertschöpfung: Bis 2017 kooperierten wir mit einem Sozialbetrieb, heute produzieren wir unsere Produkte in der Steiermark selbst.

Bleibt wachsam und kritisch

Meine Bitte an euch: Tretet in Dialog mit all den Unternehmen, fordert mehr Transparenz und stellt unangenehme Fragen! Lest die Zutatenliste genau durch, schaut auf die Herkunft der Rohstoffe und achtet auf das Bio-Siegel!

Es ist eure Pflicht, wenn euch eure Gesundheit und euer Körper wichtig sind.

Wenn ihr nicht völligie Egoisten seid, dann informiert eure Freunde und Mitmenschen und klärt sie darüber auf!

Denn nur, wenn ihr kritisch seid und aktiv werdet, werden die Ehrlichen für ihr Bemühen belohnt! Letztendlich profitieren wir alle davon, weil wir damit gesündere Lebensmittel ohne unnötigem Bullshit den Vorrang geben. Mehr Geld fließt somit in die bäuerliche Produktion und zu Betrieben, die sich für die Umwelt und für uns Menschen einsetzen. Je mehr Kunden sich für regional-biologische Lebensmittel entscheiden, desto mehr fördert das unsere heimischen Wirtschaftskreisläufe. Davon hat jeder was!

Herzlichst,

Emanuel, der Sportbionier

PS: Der erste Schritt das Gute zu fördern, könnte darin liegen diesen Artikel zu teilen! 🙂

Originalartikel erschien am 8.8.2016 auf SPORTBIONIER.COM, Überarbeitung am 27.11.2018

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